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Kaum sind die ersten Charaktere angedacht, da zeigen sich schon “Ungereimtheiten”. Spannend.

Hier also die Änderungen:

Halvor’s Mutter Oda stirbt nicht, sondern sie überlebt ihn.

Durch ihre telepathischen Fähigkeiten schickt sie ihm Botschaften und magisches Wissen, das er in seine Bücher einfliessen lassen soll, da sie nicht weiss, ob sie eine geeignete Nachfolge findet. Sie erzählt ihm auch von Thyra, die sich aber zur schwarzen Magie hingewandt hatte und auf keinen Fall ihre Nachfolgerin sein soll.

Sie will Arvi als Nachfolgerin, aber Halvor findet, sie sei viel zu jung und will sie nicht in den alten Traditionen der Wikinger versinken sehen, nun da sie doch von ihrer Mutter die Heilkunst und Kräuterkunde erlernt und hier die Geschäfte übernehmen soll, als einzige Tochter. Sigrun ist auch nicht sonderlich erbaut, sie hält es mehr mit dem Christentum als mit altem “Aberglauben”.

  • 1110 wird sie geboren, nachdem Halvor Aros verlassen hat, so weiss er nichts von Thyra
  • 1116 stirbt ihre Mutter Aenne
  • 1125 geht sie weg von zu Hause (sie ist 15)
  • 1127 geht sie mit den Schamanen nach Riga
  • 1136 kommt sie zurück nach Aros, weil ihr Grossvater stirbt und sie ihn beerbt
  • 1137 sie arbeitet daran Oda zu bekämpfen und will ihren Platz einnehmen
  • 1139 (sie ist 29) stirbt Halvor

Charakterisierung:

  • Sie will Macht und Erfolg, Führung und Einfluss ausüben
  • Status ist ihr sehr wichtig, sie strebt danach wichtig zu sein
  • Und sie will sich rächen: dafür dass ihr Vater sie sitzen liess und dafür, dass die Grossmutter  Oda mit ihr nichts anfangen kann, weil sie auch nichts von ihrer Mutter Aenne wissen will, die ein eher unbedarftes Mädchen war, das sich an die Kirche hängte
  • Familie und Beziehungen findet sie unwichtig, ausser wenn sie ihren Zwecken dienlich sind (obschon sie sich innerlich nach Zugehörigkeit sehnt, die sie in anderen Kreisen zu finden glaubt)
  • Durch den frühen Verlust der Mutter und das Aufwachsen beim eigenen Grossvater, der ein harter Mensch ist und Aenne auch für ihre uneheliche Tochter strafte, bis diese sozusagen einging und starb als Thyra sechs Jahre alt war, wurde auch Thyra hart
  • Sie verschloss ihr Herz und lernte welche Vorteile Macht hatten um selber nicht verletzt zu werden
  • Vernachlässigt wie sie war, störrisch und rebellisch, lief sie mit fünfzehn von zu Hause weg, verliess den Grossvater und abgewiesen von Oda, wandte sie sich den dunklen Schamanen zu
  • So landete am Ende beim Rivalen von Oda, der sie noch so gerne aufnahm, als er erfuhr wer sie war um sie zu instrumentaliseren

 Werte? Glaubenssätze?

  • Nur wer die Macht hat, über den kann keiner herrschen
  • Einfluss auf andere ist wichtig um erfolgreich zu sein
  • Alles ist erlaubt, was einen zum gewünschten Erfolg bringt
  • Intrigen sind langfristig das einzige was einem nützt

 Was macht sie traurig, wütend? Was macht sie dann?

  • Sie ist traurig, weil sie ihre Mutter früh verloren hat
  • Wütend ist sie deshalb über Halvor und Oda, die nach ihrem Dafürhalten am frühen Tod ihrer Mutter schuld sind
  • Auch gibt sie Schuld ihrem Grossvater, der seine Tochter hätte beschützen müssen
  • Sie will sich rächen

 Was bringt sie zum Lachen? Was macht sie dann?

  • Wenn andere im Schlamassel stecken, findet sie das belustigend
  • Peinlichkeiten anderer

 Wie spricht sie?

  • Sie will gebildet und vornehm rüberkommen
  • Da sie Machtansprüche hat, ist sie fordernd und forsch
  • Wenn sie sich keine Vorteile von jemandem erhofft, fährt sie ihm einfach über den Mund

 Was sagen andere über sie?

  • Sie ist schön, mächtig und furchterregend
  • Wer ihr in die Quere kommt den macht sie fertig
  • Tu was sie dir sagt und sieh zu, dass du ihr dann aus dem Weg gehst

 Wie sieht sie aus?

  • Sie ist sehr gross, breit und eindrucksvoll, hat sie vom Vater
  • Hat strohbonde Haare und leuchtend blauegrüne Augen die wässrig und nicht greifbar sind
  • Sie liebt schöne Kleider und Schmuck
  • Sie hat eine Narbe am Kinn, weil sie als Kind wütend nach dem Grossvater schlagen wollte aber dabei auf die Treppe fiel und sich das Kinn aufschlug, er liess sie liegen und ihre Wut auf ihn wuchs so wie die Narbe verheilte. Jedesmal wenn sie die Narbe sieht, denkt sie an ihre Rache und Wut

 Wo und wie lebt sie?

  • In Aros bis sie mit den dunklen Schamanen über das Meer zog nach Riga
  • Dort bevor die Stadt dann 1201 wirklich als solche gegründet wurde lebt sie
  • In der aufstrebenden neuen Stadt dachten sie ein eigene dunkle Kultusgemeinde aufbauen zu können
  • Als der Grossvater aber dann stirbt, geht sie zurück nach Aros um sein Erbe anzutreten, da seine beiden Söhne umgekommen sind
  • So kommt sie zu ihrem eigenen Haus, in dem sie dann ihre eigenen Schamanenkünste in Konkurrenz zu Oda und den anderen betreibt und eigene Anhänger um sich schart

 Was ist für sie Heimat?

  • Aros und ihre Rache

 Welche (schmerzhaften) Geheimnisse gibt es?

  • Sie hat in diversen schwarzmagischen Ritualen greuliches Begangen
  • Sie wurde vergewaltigt

 Was sind ihre Hoffnungen,  grössten Ängste?

  • Sie will Obermagierin in Aros werden
  • Sie hat Angst zu versagen, weich zu sein, ausgelacht zu werden
  • Angst plagt sie auch, weil man sagt, alle magischen Handlungen fallen auf einen selber zurück
  • Sie hat auch Angst sich zu binden und sich unterzuordnen

 Was hat sie zu verlieren?

  • Macht und Ansehen, das sie sich bis jetzt erarbeitet hat
  • Die Aussicht Oda’s Platz einzunehmen und in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden

 Was will sie? Warum?

  • Rache und Macht, über andere herrschen
  • Aber eigentlich möchte sie zur Familie der Oda als magische Familie dazugehören

 Wie stellt sie es an, das zu bekommen?

  • Zuerst will sie Oda freundlich dazu bewegen aufgenommen zu werden
  • Als diese sie aber als Lehrling ablehnt, schwört sie sich, mächtiger zu werden und Oda von ihrem Platz zu verdrängen

 Wer oder was stellt sich ihr in den Weg?

  • Erst Oda
  • Dann die weisse Magie
  • Dann Arvi

Arvi’s Grossmutter spielt eine grosse Rolle in der Geschichte, denn Arvi soll ihre Nachfolgerin werden, nachdem Halvor nicht dazu zu bewegen ist.

1069 wird sie in geboren
1082 lernt sie Ansgar kennen und sie ist 17 Jahre alt
1086 als sie Halvor zur Welt bringt ist sie 21 Jahre alt
1090 wird sie mit 25 Nachfolgerin ihres Vaters und Schamanin in Aros
1096 als Ansgar verschwindet ist sie 30 Jahre alt
1101 als Halvor 15 ist, ist sie 32
1109 wird sie mit 40 die oberste Schamanin und Zeremonienmeisterin in Aros
1139  als ihr Sohn im fremden Land in Friburg stirbt, ist sie 70 Jahre alt

 Charakterisierung:

  • Eine weise, zähe alte Frau
  • Sie glaubt nicht an Rache sondern an Güte (auch wenn viele die alten Götter eher als rachsüchtige Götter ansehen, ebenso wie die Kirche den Gott oft als Bestrafer bemüht)
  • Sie hielt sich von jeher eher im Hintergrund, wurde aber in ihre Rolle geschoben
  • Sie gibt und ist für andere da
  • Sie lebt für die Gemeinschaft und für ihre Aufgabe in der Gemeinschaft
  • Sie ist verbunden mit der Natur und den Gewalten
  • Sie kann hellsehen und hat telephatische Fähigkeiten
  • Sie ist eine Zauberin des Nordens

 Werte? Glaubenssätze?

  • Alles was geschieht, geschieht nach dem Willen der Götter
  • Alles was uns bestimmt ist, sollen wir annehmen und uns nicht dagegen wehren
  • Jeder Mensch kann aber mit seinem freien Willen beeinflussen, wie sich dieses Schicksal entwickelt (durch diese Einstellung hat sie ab und zu einige Probleme mit den Alt-Traditionisten)

Was macht sie traurig, wütend? Was macht sie dann?

  • Dummheit, wenn Menschen falsche Entscheidungen treffen, und sich dadurch ihr eigenes Unheil einhandeln, macht sie traurig
  • Wütend wird sie nie, nur die Kirche macht ihr ab und zu zu schaffen

 Was bringt sie zum Lachen? Was macht sie dann?

  • Das Treiben unschuldiger kleiner Kinder die noch keine bösen Hintergedanken hegen

 Wie spricht sie?

  • Wenig, sie wählt ihre Worte sorgfältig, wägt ab was sie wann sagt
  • Sie hat aus Erfahrung gelernt, dass zuviel Reden nicht gut ankommt und falsch ausgelegt werden kann, was ihr Probleme einhandeln kann
  • Sie hat ihre Reden vom Vater adaptiert

 Was sagen andere über sie?

  • Sei vorsichtig worum du sie bittest
  • Sie ist eigensinnig und wenn sie nicht helfen will, dann geh lieber
  • Andere fürchten sich vor ihrer Macht und Magie
  • Sie ist besser als ihr Vater und sehr mächtig
  • Sie wird schnell mal ungeduldig, wenn man sie zuviel fragt und belämmert
  • Sie hat heilende Hände

 Wie sieht sie aus?

  • Sie hatte rotblondes Haar, im Alter wird das schloweiss
  • Sie ist klein und drahtig
  • Viele Runzeln
  • Gütige Augen, die aber auch schon mal ungeduldig aufblitzen wenn es ihr zu blöd wird
  • Das eindrucksvollste an ihr, sind ihre Hände und die Bewegungen die sie damit ausführt

 Wo und wie lebt sie?

  • Immer in Aros
  • Sie muss nirgends hin, weil sie ja alles sehen kann als hellsichtiger Mensch

 Was ist für sie Heimat?

  • Aros und Schweden

 Welche (schmerzhaften) Geheimnisse gibt es?

  • Als ihr geliebter Mann Ansgar verschwindet sieht sie in das Wasserorakel, das ihr sagt, dass Ansgar von Afane, dem Wasserdämon in die Tiefe gerissen und getötet wurde. Afane sieht aus wie eine Mischung von Biber und Reptil (eine Liebe zu einem Mädchen wurde ihm zum Verhängnis, er wurde an Land gelockt und dort gefangen und erschlagen)
  • Nachdem sie oberste Schamanin wurde, liess sie sich auf einen Schamanen ein, der aber, wie sie dann herausfand, sie von ihrem Posten vertreiben wollte, da hat sie sich dann zur Wehr gesetzt, mit Hilfe von Magie, bei dem der Schamane dann umkam, das belastet sie für den Rest ihres Lebens, denn alle magischen Taten fallen auf einen selbst zurück

 Was sind ihre Hoffnungen,  grössten Ängste?

  • Dass sie für die Anwendung schwarzer Magie bestraft würde
  • Dass sie einen Fremden zur Nachfolge bestimmen muss
  • Noch schlimmer, dass dies Thyra sein würde, die sich der schwarzen Magie verschrieben hat

 Was hat sie zu verlieren?

  • Ihren Ruf, Ihr Amt, Ihren Einfluss

 Was will sie? Warum?

  • Sie will ihren Sohn wieder bei sich sehen
  • Als das nicht klappt, bestimmt sie Arvi zu ihrer Nachfolgerin

 Wie stellt sie es an, das zu bekommen?

  • Sie schickt ihrem Sohn Träume und nimmt telepathisch mit ihm Kontakt auf
  • Später als er tot ist, nimmt sie Verbindung zu Arvi auf und ruft sie zu sich

 Wer oder was stellt sich ihr in den Weg?

  • Zuerst ihr Sohn
  • Dann der Tod ihres Mannes
  • Dann der hinterhältige Schamane
  • Dann Thyra, ihre Enkelin (Tochter von Halvor)
  • Ab und zu die christlichen Priester, welche den alten Glauben vertreiben wollen

Die Mutter ist ebenfalls ein wesentlicher Einflussfaktor auf Arvi und ihr Leben

Charakterisierung:

  • Sie ist eine starke Frau
  • Hat ihren eigenen Kopf
  • Lebt ihre Überzeugungen und hält nichts von Leuten die keine eigenen haben
  • Darum gefällt ihr auch Halvor, weil er sich selbst ist
  • Sie will selber die Kontrolle haben und nicht von einem Mann dominiert werden
  • Sie hat eine gute „Nase“ für die aktuellen Trends
  • Sie ist eine Macherin und Halvor lässt sie machen, so hat er Zeit für seine Dinge und sie nimmt ihm vieles ab, v.a. auch das ganze Geldthema, nun da er Selbständig ist
  • Sie treibt auch ihre eigenen Geschäfte voran
  • Sie glaubt, dass alles machbar ist und denkt vor allem positiv
  • Sie will Lösungen und Ergebnisse, möglichst rasch
  • Eher ungeduldig und handelt schnell, manchmal auch etwas vorschnell

Werte? Glaubenssätze?

  • Sie will erfolgreich sein
  • Geld dient der Unabhängigkeit
  • Sie ist neugierig und strebt nach Wissen
  • Das Leben ist ein grosses Meer und du kannst alles herausfischen was du nur willst
  • Sie möchte auch gerne anerkannt sein, für das was sie tut

  Was macht sie traurig, wütend? Was macht sie dann?

  • Zwischendurch überkommen sie Selbstzweifel ob sie alles „richtig“ macht, dann wird sie kurzfristig leicht depressiv und zieht sich zurück.
  • Wenn sie wütend ist, fliegen die Fetzen und sie schimpft auch schon mal herum
  • Vor allem wenn sie denkt, die Kontrolle zu verlieren

Was bringt sie zum Lachen? Was macht sie dann?

  • Sie mag Kinder, Tiere und die Natur, da ist sie sanft und freut sich auch über die kleinen Dinge im Leben, denn das ist für sie Hoffnung und Zukunft

  Wie spricht sie?

  • Direkt, offen, ehrlich, einfach
  • Wirkt dadurch auch schon mal verletzend
  • Ist von sich überzeugt – nur manchmal plagen heimlich die Selbstzweifel

 Was sagen andere über sie?

  • Sie ist eine unglaubliche Frau, was sie leistet und bewirkt
  • Sie ist nicht gerade die Geduld in Person, geh aus ihrer Reichweite wenn sie wütend wird, sonst trifft dich etwas Hartes
  • Sie ist zuweilen hart aber auch fürsorglich
  • Sie kann andere überzeugen und sich durchsetzen

 Wie sieht sie aus?

  • Eher unscheinbar
  • Braune Haare, braune Augen, nichts Besonderes
  • Sie trägt gerne graue oder braune Kleider und will nicht durch ihre Person auffallen
  • Sie denkt es ist nichts Gutes dabei, sich herauszuputzen
  • Sie bekam von Wigbrecht einen silbernen Halbmond an einer Kette geschenkt, das er von seiner Reise nach Jerusalem mitbrachte

 Wo und wie lebt sie?

  • In Friburg in einem schönen Haus mit Mann und Kind

 Was ist für sie Heimat?

  • Basel weil sie dort aufgewachsen ist
  • Dort besucht sie auch ab und zu die Eltern, so lange die noch leben

 Welche (schmerzhaften) Geheimnisse gibt es?

  • Johannes war ihr etwas zu nahe getreten, deshalb floh sie auch
  • Sie glaubt einige Menschen „umgebracht“ zu haben als Hebamme und Kräuterheilerin, weil sie etwas falsch gemacht hat

 Was sind ihre Hoffnungen, grössten Ängste?

  • Dass sie ihre Ziele nicht erreichen könnte
  • Dass sie andere für ihre Vorstellungen nicht begeistern könnte
  • Dass sie sich unterordnen muss

 Was hat sie zu verlieren?

  • Ihre Familie, Haus und Sicherheit
  • Ihren Ruf und als Hexe verschrien zu werden, das könnte sehr problematisch werden für sie und ihre Familie, sie würde Geld und Habe verlieren und evt. sogar ihr Leben

 Was will sie? Warum?

  • Sie will Heilkunst, Körperpflege und Ernährung modernisieren
  • Sie will Erfolg und Anerkennung
  • Sie will zeigen, dass Frauen nicht dem Manne untertan sein müssen
  • Sie will ihre Tochter als freie Frau erziehen

 Wie stellt sie es an, das zu bekommen?

  • Erst verkauft sie Kräuter und arbeitet als Hebamme
  • Dann schreibt sie ein Buch über Kräuter und Ernährung
  • Mit der Zeit eröffnet sie mit Wigbrechts Hilfe eine Badstube und sie haben zwei Filialen mit Dampfbad
  • Sie schreibt ein Buch über die heilende Wirkung des Waschens, das nicht gerade überall super ankommt

 Wer oder was stellt sich ihr in den Weg?

  • Es gibt unterschiedliche Strömungen, zB. Hildegard von Bingen und der Klerus, andere Bader
  • Johannes taucht als Widersacher auf, immer noch sauer über die Abfuhr

Der Vater ist eine Schlüsselfigur für Arvi’s Leben, also wird er hier etwas Raum einnehmen :-)

Charakterisierung:

  • Er ist ein Beobachter, er liebt Details und findet, dass sie auch wichtig sind.
  • Er ist neugierig und will hinter die Dinge sehen, ergründen was es damit auf sich hat.
  • Bis er den Mund aufmacht, muss er die Dinge genau durchdacht haben und zu einer für ihn guten, endgültigen Entscheidung gelangt sein.
  • Er macht nicht gerne Konversation. Entweder er redet mit Menschen über die Arbeit, ein Projekt oder über etwas mit philosophischem Tiefgang oder gar nicht.
  • Er glaubt vor allem seinen eigenen Überzeugungen
  • Er ist eher etwas distanziert aber gütig.
  • Er wirkt auf andere arrogant und sie fühlen sich oft „kleingemacht“ um ihn herum, v.a. wenn ihr eigener Selbstwert gering ist.
  • Er ist eher skeptisch und misstraut den Menschen deshalb ist er auch ein Einzelgänger und hat nicht gerade ein reiches Liebesleben, auch bedingt durch seine Anstellung bei der Kirche.
  • Beziehungen sind nicht so sein Ding und er fühlt sich wohl unter den Mönchen und Kirchendienern.
  • Er hat wenige Freunde und ist gerne allein mit sich und seiner Arbeit.
  • Seine Arbeit ist ihm extrem wichtig und bereitet ihm Freude.
  • Oft vergisst er die Zeit, da er sich in seine Arbeit vertieft und alles um sich herum vergisst.
  • Dennoch hat er sein Wikingergen und ist mutig, vertritt seine Überzeugungen – aber nicht so, dass es ihm schadet.
  • Dadurch wirkt er manchmal etwas gehetzt, auch weil er sich selber ehrgeizige Ziele setzt
  • Er hat hervorragende diplomatische Fähigkeiten, die ihn in seiner Welt nicht nur überleben sonder auch erfolgreich sein lassen.
  • Was ihn früher als Junge abgestossen hat, die magischen Fähigkeiten der Mutter, die rohe Gewalt der Wikinger und wovon er sich lossagen wollte, holt ihn im Alter wieder ein. Er beginnt den alten Fähigkeiten nachzuspüren und gräbt aus der Erinnerung das alte magische Wissen wieder aus und verpackt sie in seine Geschichten, so dass ihm niemand einen Strick draus drehen kann.

 Werte und Glaubenssätze

  • Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser ist eines seiner Lieblingssätze
  • Genauigkeit ist ihm wichtig, Schlampigkeit ein Gräuel
  • Bis zu einem gewissen Mass ist ihm Ehre und Ansehen wichtig, vor allem an seinem guten Ruf ist ihm gelegen, deshalb kann er auch nicht offiziell zu magischen Praktiken stehen, das würde seinem Ruf als Schreiber schaden
  • Erfolg ist für ihn anerkannt zu werden durch das was er tut

 Was macht ihn traurig, wütend? Was macht er dann?

  • Es gibt nicht viel was ihn aus der Ruhe und der Fassung bringt
  • Wenn sein Ansehen leidet, dann wird er sauer und zieht sich zurück
  • Mit den Jahren kann er sich nicht verzeihen, dass er seine Mutter und seine Wurzeln verraten hat, aus dieser nordischen Wehmut heraus, die mit dem Alter zunimmt, wendet er sich auch dem alten Wissen zu und gibt es an seine Tochter weiter.
  • Traurig ist er darüber, dass er nur eine Tochter hat und keine weiteren Kinder, Söhne. Also muss sie als Sohnersatz herhalten.

 Was bringt ihn zum Lachen? Was macht er dann?

  • Nicht wirklich viel, aber aus irgendeinem Grund mag er Strassengaukler und amüsiert sich über ihre Spässe
  • Genauso wie über die sarkastischen Witze der Hofnarren, wo er sich aber eher dezent amüsiert als sich laut mit Lachen äussert

 Wie spricht er?

  • Langsam und bedacht
  • Da er viele Sprachen beherrscht, mischt er auch schon mal in einen Satz fremde Worte hinein

 Was sagen andere über ihn?

  • Ein ruhiger Typ
  • Etwas unscheinbar, trotz seiner Grösse
  • Arrogant und nicht allzu hilfsbereit
  • Sehr von sich überzeugt
  • Sehr viel Wissen
  • Genau und gewissenhaft
  • Schreibt tolle Geschichten

 Wie sieht er aus?

  • Gross, leicht hünenhaft – man sieht ihm seine nordischen Wurzeln an
  • Er ist grösser als der Durchschnitt der Menschen unter denen er lebt
  • Dunkelblondes, leicht strohiges Haar, sieht nach viel aus und er trägt es gerne Schulterlang
  • Er trägt einen kleinen Bart direkt unter dem Kinn
  • Je älter er wird, desto mehr lässt er seine Kleider nach der alten nordischen Tradition schneidern
  • Er hängt an seinen Knöpfen aus Walrosszahn mit alten mystischen Mustern, die lässt er an jeden neuen Wams nähen
  • Eine Bronzespange mit Nadel hält er ebenfalls in Ehren, die hat er von der Mutter bekommen, sie schliesst seinen Umhang und hat zwei Drachenköpfe als Enden, die Spange vererbt er Arvi

Wo und wie lebt er? 

  • Er baut ein Haus aus Holz in Freiburg und lässt über der Eingangstüre links und rechts zwei Drachenköpfe schnitzen. Das Haus heisst fortan nur noch das Wikingerhaus. Da es sein erstes eigenes Haus ist und er nun selbständiger Schreiber ist, lässt er im Andenken an seine Heimat einiges aus seiner Tradition aus seiner Erinnerung in das Haus und den Lebensstil einfliessen.

Was ist für ihn Heimat?

  • Er will nicht mehr zurück in den Norden
  • Seine Heimat ist nun Freiburg, wo er seine eigenen Wurzeln eingräbt
  • Dennoch denkt er mehr und mehr an die alte nordische Heimat, je älter er wird und je näher sein Tod kommt

 Welche (schmerzhaften) Geheimnisse gibt es?

  • Seine Mutter spricht einen Bannspruch über ihn, weil er sie verlässt und sich von der alten nordischen Magie abwendet. Er soll niemals glücklich werden unter dem Namen des Christen Herrn.
  • Kurz bevor er nach Lund ging, liess er sich mit einer jungen Frau namens Aenne aus Aros ein, so bekam er auch nicht mit, dass sie schwanger war und 1110 eine Tochter namens Thyra (Donnergott) zur Welt brachte.
  • Im Elsass machte ihm eine der Hofdamen schöne Augen, weil sie den Schreiberling und seine schönen Geschichten verehrte. Dass er sie abwies, machte sie wütend und für immer zu seiner Feindin.

 Was sind seine Hoffnungen, grössten Ängste?

  • Dass seine Geschichten in den richtigen Händen, die alten mystischen nordischen Weisheiten weitertragen mögen
  • Dass diese in die falschen Hände gelängen und damit schwarze Magie betrieben würde, wofür er ja auch früher schon mit seiner Mutter gebrochen hatte
  • Dass er für den Bruch mit seiner Mutter und seiner alten Welt im Jenseits bezahlen würden müsse. Insgeheim glaubt er nicht an Jesus Christus sondern nach wie vor an Thor und Freya und die alten nordischen Götter, welche seine Mutter verehrte und was ihm bis 15 beigebracht und er in alten Riten eingebunden worden war.
  • Dass seine Frau und Arvi ihn richtig bestatten, nach alter Wikingertradition: zu Schiff will er mit Münzen in seinem Mund um die Überfahrt der Seele ins Totenreich zu bezahlen, den Rhein nach Norden fahren in der Hoffnung in der alten Wikingersee unterzugehen.

 Was hat er zu verlieren? Mit welchen Folgen, Konsequenzen müsste er dann umgehen?

  • Bis er sein Haus und seine Familie hat, hat er nichts zu verlieren, was ihm auch immer sehr wichtig war.
  • Nur das Schreiben war ihm wichtig und das konnte er immer aus sich heraus schöpfen.
  • Einzig war darauf zu achten, dass ihn die religiösen Fanatiker in Ruhe liessen und er sich hier nicht exponierte um nicht als Hexer gebrandmarkt oder mehr zu werden (noch aber sind die Zeiten nicht so unruhig…)

 Was will er und warum?

  • 1116 Seine Mutter erschien ihm im Traum als sie starb und sie bat ihn, die alten Weisheiten gegen das Christentum zu verteidigen, da Aros untergegangen war.
  • Diesen Wunsch will er ihr unbedingt erfüllen und darum schreibt er auch seine Geschichten um mit seiner Mutter Geist Frieden zu schliessen.
  • Doch er kann Arvi sein Wissen nicht direkt weitergeben, doch er gibt ihr quasi den Schlüssel in die Hand um die Geheimnisse seiner Geschichten zu ergründen als er stirbt.
  • Er will dass Bücher nicht nur das Christentum verbreiten und politische Schriften, sondern auch die Menschen zum Lesen anregen, deshalb will er Schriftsteller sein und Bücher für das Volk (das es sich leisten kann) schreiben und ist einer der ersten Autoren des Mittelalters, noch bevor der Roman Iwein erscheint.

 Wie stellt er es an, das zu bekommen? Was sind ihre Konflikte? Auf welchen Ebenen?

  • Er muss sich entscheiden, ob er weiterhin im Kirchendienst bleiben will und ein gutes Auskommen hat oder ob er Schriftsteller werden will
  • Das Angebot ins Elsass zu gehen, hilft ihm sich von der Kirche zu lösen und sich den Freiraum für sein persönliches Engagement als Autor zu schaffen.
  • Er bekommt weniger Geld aber mehr Zeit und schreibt seine ersten Geschichten, die am Hofe guten Anklang finden.
  • Im Konflikt steht er mit allem was der Kirche widerspricht, was sich da in seinen Geschichten wiederfindet. Getarnt als Märchen und Sagen versteckt er alte Botschaften in den Geschichten, die oberflächlich gesehen spannend sind und eine wunderbare Abwechslung am Hof.
  • Er weiss auch nie, wie viel er preisgeben darf und sinnt über gute Verstecke hinter den Worten die er schreibt. So werden auch viele seiner Botschaften überlesen und die wahren Informationen nicht gefunden.
  • Auf keinen Fall darf er als Ketzer oder Hexer der Kirche in die Quere kommen, dafür kennt er die Kirche und ihre Mitglieder zu gut.

 Wer oder was stellt sich ihm in den Weg?

  • Die abgewiesene Frau im Elsass
  • Die Kirche und ihre Mitglieder 

So, ich hab mich also etwas ausgetobt und mir überlegt, wer und was die Rundum-Figuren in Arvi’s Leben sind.

Nun besagt die Aufgabe in den schlauen Büchern, dass man die Figuren “zum Leben erwecken” soll – denn ihr Handeln wird ja sehr stark geprägt von ihrem Charakter und ihrer Herkunft. Und an ihrem Handeln zeigt sich, wessen Geistes Kind sie sind. Ihr Handeln orientiert sich an ihren bewussten Wünschen. Ihr wahrer Charakter zeigt sich jedoch in dem, wie sie Ihr Handeln an ihren unbewussten Wünschen und Werten orientieren. Das lässt sie nämlich am Ende ihre Entscheidungen treffen.

Als Coach kenn ich das ja sehr gut, damit werde ich ja täglich aus den echten Lebensrealitäten konfrontiert :-)

Mal sehen, ob mir dann die kreative Umsetzung schlüssig gelingt, wenn ich solche Handlungsstränge erfinden und vor allem interessant gestalten will.

Also die erste grosse Aufgabe, der ich mich stellen will:
Enwickeln der Eigenschaften, der Charaktere der Figuren.

Die schlauen Bücher sagen mir (meine Zusammenfassung), ich soll mir folgende Dinge zu jeder Figur überlegen:

  • Wie lässt sich das Wesen der Figur charakterisieren? z.B. mit Hilfe von Persönlichkeitsprofilen
  • Was sind ihre Werte? Glaubenssätze?
  • Was macht sie traurig, wütend? Was bringt sie zum Lachen? Was macht sie dann?
  • Wie spricht sie?
  • Was sagen andere über sie?
  • Wie sieht sie aus?
  • Wo und wie lebt sie?
  • Was ist für sie Heimat?
  • Welche (schmerzhaften) Geheimnisse gibt es?
  • Was sind ihre Hoffnungen? Ihre grössten Ängste?
  • Was hat sie zu verlieren? Mit welchen Folgen, Konsequenzen müsste sie dann umgehen?
  • Was will die Figur? Warum? (bewusste und unbewusste Wünsche, Wunschobjekte)
  • Wie stellt sie es an, das zu bekommen? Was sind ihre Konflikte? Auf welchen Ebenen?
  • Wer oder was stellt sich ihr in den Weg? Was sind die antagonistischen Kräfte?
  • Wer sind ihre Gegenspieler?

Und das will ich nun über die nächste Zeit für alle Figuren die für meinen Roman wichtig sind tun.

Die ersten wichtigen Figuren sind:

Halvor Ansgarson der Vater
Sigrun die Mutter
Oda die Grossmutter väterlicherseits
Eberhard der Onkel (Bruder der Mutter)
Wigbrecht der Onkel (Bruder der Mutter)
Demian der Grossvater mütterlicherseits
Geloyra die Grossmutter mütterlicherseits

Arvi kommt erst später dran, dazu überleg ich mir später lieber erst mal ihre ganze Kindheit und was sie prägte bis sie 20 Jahre alt wurde.

Viel Vorarbeit bis ich mit der eigentlichen Geschichte loslegen kann :-)

Die mütterliche Linie

Arvi’s Mutter ist Sigrun (die vom Sieg Kündende).

Sie ist die Tochter des Baders Demian (der Bezwinger) und der kräuterkundigen Hebamme Geloyra (die Lebhafte oder auch die Wahre) aus Basel. Sigrun ist das jüngste von drei Kindern und wurde 1098 in Basel nahe beim Kloster St. Alban geboren. Ihr ältester Bruder Eberhard (der Willensstarke) kam 1091 und Wigbrecht (der strahlende Kämpfer) 1094 zur Welt.

Das Benediktinerkloster St. Alban, 1083 gegründet, erhielt 1093 einen Prior als Vorsteher, welcher vom Abt in Cluny bestimmt wurde. Das Kloster war vor allem in der Krankenpflege tätig, deshalb liessen sich Demian der Bader, der zuvor in der unteren Talstadt von Basel in einer Badstube gearbeitet hatte, mit seiner Frau hier nieder. Demian und Geloyra hatten eine modernere Vorstellung von Heilkunst als es die Bader üblicherweise betrieben. Geloyra wurde für den Heilkräutergarten zuständig und Demian arbeitete mit den Leutpriestern und ab und zu mit den Klostergelehrten und kümmerte sich um die Kranken. So erhielten die beiden und damit auch ihre Kinder Zugang zu mehr Bildung als es sonst üblich war, denn nur wenige wussten, dass die Klosterschulen auch Laien ausbildeten.

Nachdem Geloyra das dritte Kind, ihre Tochter Sigrun, empfangen hatte,  befand sie es für gut und als Hebamme und Kräuterkundige wusste sie auch wie sie es verhindern konnte ein weiteres Kind zu empfangen. Ihr Wissen war über viele Generationen weitergegeben worden. Es war das wichtigste Familiengut, welches ihre Vorfahren die ins Westfrankenreich eingewandert waren, aus ihrer alten östlichen Heimat mitgebracht hatten. Dieses Wissen gab Geloyra an Sigrun weiter in der Hoffnung, dass diese sich der Familiengeschäfte annehmen würde, da die beiden Brüder anderen Interessen nachgingen.

Wigbrecht suchte sein Glück in den Diensten der adligen Ritter, die sich auch am Spalenberg niedergelassen hatten. Eberhard frönte seiner Leidenschaft als Sänger an eben diesen Höfen. Als er 22 war, also 1113 (als Sigrun gerade mal 15 Jahre alt war) hörte er das Rätsellied von Wilhelm IX dem Herzog von Aquitanien, der gerade Toulouse eingenommen hatte, weshalb seine Lieder gerade sehr populär waren. Dies inspirierte ihn so sehr, dass er beschloss als Minnesänger seine eigenen Lieder zu dichten und durch die Lande den Höfen nachzureisen und so sein Glück zu versuchen.

So kam es, dass Sigrun die grosse Hoffnung der Eltern wurde. Sie lehrten sie alles was sie wussten und gaben alle ihre Erfahrungen an das junge Mädchen weiter, so dass Sigrun mit 22 eine für die damalige Zeit wahrhaft gebildete Frau war. Sie verstand die Heilkunst sowie die Kräuterkunst und vor allem aber interessierte sie sich für das Kochen. Ihr dämmerte, nach alledem was sie gelernt hatte, dass die Ernährung der Menschen nicht unbedingt förderlich für ihre Gesundheit war. Doch hier stiess sie auf viele taube Ohren, auch die der Eltern waren in diesem Zusammenhang nicht wirklich offen für Neues. Sie wollten Sigrun mit dem Bader Johannes verheiraten, der vor zwei Jahren zu ihnen gekommen war, um die gut laufenden Geschäfte zu unterstützten.

1120 kehrte ihr Bruder Wigbrecht, der mit 19 Jahren mit einem der adligen Ritter nach Jerusalem aufgebrochen war, nun mit 26 aus dem Heiligen Land zurück. Die Eltern überglücklich, dass er genug vom Kriegsgeschäft hatte, banden ihn in die Geschäftsführung ein und freuten sich, sich auf ihr Altenteil zurückziehen zu können und die Geschäfte Wigbrecht und Sigrun und Johannes zu übergeben.

Doch Sigrun wollte Johannes nicht heiraten und auch nicht die alten Traditionen weiterführen. Ihrem Kopf stand der Sinn nach Neuerungen. Als Wigbrecht auch noch von den orientalischen Badstuben die es von Konstantinopel über Damaskus bis Jerusalem gab und von den arabischen Heilkünsten berichtete, beschloss sie Basel zu verlassen.

Die Eltern waren nicht begeistert, aber sie respektierten und liebten Sigrun und liessen sie ziehen. Wenn auch mit mulmigem Gefühl. So zog Sigrun mit 22 Jahren, 1120 nach Norden nach Friburg. In dieser aufstrebenden Marktstadt wollte sie ihre modernen Ideen zu verwirklichen versuchen.

Sie erwarb sich das Recht Kräuter, die sie selbst sammelte, auf dem Markt zu vertreiben. Dabei träumte sie von einer anderen Art von Badstube in dem auch die Küche eine Rolle spielen sollte.  Doch wie das Leben so spielt, kommen die Dinge oft anders als geplant. Eines schönen Tages, sie ist gerade mal knapp einen Monat in der Stadt, kommt Halvor an ihren Stand um ihre Kräuter in Augenschein zu nehmen…

Sigrun wird unter anderem auch durch ihre vorteilhafte Lebensführung belohnt und überlebt ihren Mann um gute 20 Jahre. Sie ist 61 Jahre alt, als sie 1159 stirbt. 

Von ihr lernt Arvi alles über Kräuter- und Heilkunst sowie moderne Ideen über Gesundheit und Lebensführung. Sigrun erzieht Arvi nicht im Geiste der alten Tradition, sondern sieht ihre Tochter mit Stolz zu einem eigenständigen Menschen heranwachsen, wie sie es selber ja auch war und ist.

Arvi ist die Heldin meines Romans. Eigentlich heisst sie Arvidhey, aber Arvi wird sie gerufen. 1141 ist Arvi 20 Jahre alt, wurde  also 1121 geboren.

Die väterliche Linie

Ihr Vater Halvor (der Wächter der Felsen), geb. 1086,  ist ein Svealander, der mit der Christianisierung des Nordens Lateinisch und Alemannisch lernt, mit den alten nordischen Traditionen bricht und in den Süden abwandert. Dort lässt er sich nieder, verlässt später die kirchlichen Dienste und wendet sich dem weltlichen und am Ende auch wieder den alten Bräuchen seiner Heimat zu.

Seine Mutter, also Arvi’s Grossmutter, Oda (Lebenshauch) war die Tochter eines Schamanen, hing dem alten Glauben und den alten Traditionen des Nordens an und pflegte selber schamanische Riten, wie sie es von ihrem Vater gelernt hatte. Sie lebte in Aros (Uppsala), dem Ort an der Flussmündung von wo aus die Wikinger über die Ostsee reisten. Aros ist ein wichtiger Handelsmarkt und gleichzeitig auch ein wichtiges heidnische Zentrum dieser Zeit. Der heilige Hain von Aros war ein Ring aus grossen verzierten Runensteinen in dem heilige Handlungen und Opferrituale vorgenommen wurden.

1082 kommt der Winkinger Ansgar (der Speer Gottes), aus Uppakra (Lund) mit einem Schiff über das Meer nach Aros. Ansgar gehört zu einer Waräger Aristokratie und es gehörte sich, dass Männer in diesen Kreisen auf Wikingfahrt ging, also ins Ausland fuhr und durch Raub und Handel Reichtümer erwarb und erst reich und ruhmbedeckt heimkehrte. Ansgar trifft auf Oda, sie verlieben sich und als er das nächste Mal nach Aros kommt vereinigen sie sich nach dem alten Ritual. Ansgar ist zwar mehr auf See als bei Oda, dennoch ist er ein guter Vater und Ehemann. Jetzt will er erst recht grosse Reichtümer jagen, welche er ihr zur Aufbewahrung mitbringt. Sein Plan: wenn er reich genug ist um seine Familie und die Bekannten zu Hause zu beeindrucken will er mit Frau und Kind in seine Heimat zurückkehren. Doch 1096 verlässt er Aros zur letzten Fahrt, doch er kehrt nie wieder zurück. Manch einer munkelte, dass Oda die Hand im Spiel gehabt hätte, denn obschon sie Ansgar liebte, so sei sie nicht Willens gewesen Aros zu verlassen und ihre Führungs- und  Machtposition, die sie mittlerweile als Seherin und Schamanin nach dem Tod ihres Vaters eingenommen hatte, aufzugeben. So kam es, dass Halvor mit 10 Jahren seinen Vater verlor.

Dies war auch die Zeit, als Svealand mit dem Zentrum Aros von vielerlei Christianisierungsversuchen heimgesucht wurde. Erzbischof Adalbert von Bremen entsandte einen Bischof nach Aros, der sollte die alten heidnischen Stätten zerstören und eine Kirche bauen.

Halvor glaubte den bösen Zungen, was sie da über seine Mutter sagten und mit 15 (1101) schloss er sich, gegen den Widerstand der Mutter dem christlichen Missionslager an. Da es in Svealand für die Christen mehr als Schwierig war Anhänger zu finden, war Halvor mehr als willkommen. Er wurde getauft und ausgebildet. Auch im Lesen und Schreiben in Lateinisch und Altdeutsch, sowie in den christlichen Lehren. Letztes war seiner Mutter ein besonderer Dorn im Auge, denn sie hatte ihn als ihren Nachfolger vorgesehen. Doch nun wollte Halvor nichts mehr wissen vom alten Glauben und den Weisheiten der Schamanen.

Nach 8 Jahren Ausbildung beim Missionarsbischof, meldete er sich 1109 um als Schreiber beim Erzbischof von Lund tätig zu sein. Sein Ziel war es, die Familie seines Vaters zu finden, was ihm aber nicht gelang. Dafür studierte er an der Katedralskolan.

1111 wurde er nach Mainz entsandt, wo er dem Erzbischof Adalbert I als Schreiber diente. Doch Adalbert wurde 1112 von Kaiser Heinrich V gefangengenommen und Halvor floh. Das auch, da er sich mehr und mehr seiner eigenen Wurzeln bewusst wurde und begann, unter dem sozusagen späten Einfluss der Weisheiten seiner Mutter, die christlichen Werte und Handlungen in Frage zu stellen.

Halvor nun 26 Jahre alt schlug sich von Mainz durch nach Worms. Dort in Bermersheim von der Höhe trat er als Schreiber in die Dienste der  Edelfreien Hildebert und Mechtild, den Eltern der späteren Hildegard von Bingen, der er jedoch nicht begegnete, da sie bereits ins Kloster eingetreten war (sozusagen als Zehnt an die Kirche).  Jetzt hat er zwei neue Herausforderungen: er soll die Chroniken der Pfälzer Adligen aufschreiben und es setzt sich gerade der Trend durch, dass neuerdings zu den Vornamen auch Familiennamen getragen werden müssen. Halvor ist etwas in der Bedrouille, weil er ja keinen hat, also nennt er sich nun in alter skandinavischer Tradition Halvor Ansgarson. Er ist für die Menschen auch leicht exotisch und damit auch interessant. 1116, feiert man ein grosses Fest und er wird dabei von adligen Verwandten aus dem Elsass, nahe Strasbourg abgeworben. Dort lebt er zwei Jahre als Sekretär und beginnt nebst den Schreibaufträgen seiner Herrschaft auch an einem eigenen Buch zu arbeiten. Ausserdem lernt er Oberrhein-Alemannisch.

1118, er ist gerade 32, begleitet er seine Herrin nach Friburg im Brisgau. Die aufstrebende Stadt gefällt ihm und er entlässt sich selbst aus den Strasbourger Diensten und eröffnet mit dem ersparten sein Schreibstube. Er bereitet das Pergament vor, so dass es überall Tinte aufnehme, auch für andere Schreiberlinge. Er stellte Tinte her aus Galläpfel, Vitriol und Wein. Diese verkauft er und übernimmt Schreibarbeiten für vielen Handwerker, die sich bereits in ersten Zünften zu organisieren begannen, was sie den Schiffern von Worms (der ersten deutschen Zunft) abschauten. Gleichzeitig beendet er sein Buch und kopiert und verkauft es den edlen Damen und Herren, die mit Vergnügen die alten Sagen und Mythen der Wikinger und nordischen Völker und deren Geschichten über heidnische Bräuche verpackt in wilde Abenteuer lesen. Besonders die herrlichen Zeichnungen, welche die Anfänge jeder Geschichte zieren, verleitet viele Käufer dazu seine Bücher zu kaufen. So kam es, dass er 1120 mit 34 Jahren, als er Arvi’s Mutter kennenlernt, ein wohlhabender wenn nicht gar reicher Mann war. In diesem Jahr verlieh Konrad von Zähringen der Siedlung Friburg das Markt- und Stadtrecht, welches für Sicherheit von Bewohnern und Handelswaren garantierte.

1120, aufgrund der Gründung des neuen Marktes kam Arvi’s Mutter Sigrun (die vom Sieg Kündende) nach Friburg. Sie ist die Tochter eines Baders und einer kräuterkundigen Hebamme aus Basel. Gerade mal 22 Jahre alt, will sie in Friburg ihr Glück machen und einer drohenden Heirat entgehen. Und justament läuft sie diesem Ausländer Halvor über den Weg und verliebt sich in ihn, als er bei ihr auf dem frisch eröffneten Markt an ihrem Stand ihre Kräuter besichtigt…

1139 stirbt Halvor, er ist 53 Jahre alt und Arvi gerade mal 18 Jahre alt.

Von ihm hat sie Schreiben und Lesen und die Sprachen Lateinisch, Althochdeutsch, Alemannisch sowie die alte germanische Runenschrift gelernt. Sie lernt auch durch seine Geschichten und was er ihr über die Grossmutter Oda und ihre schamanischen Weisheiten (von denen er leider viel zu wenig weiss) erzählt was ihre wahre Herkunft ist.

Arvi – ein Mädchen das wächst und gedeiht, viele Dinge lernt, Abenteuer und Reisen besteht und am Ende vielleicht eines Tages eine grosse Magierin ist.

Gespannt wo diese Reise hinführen wird, mit ein paar Ideen im Gepäck gewappnet

die Autorin